Was sind "Kleinwohnformen"? Und was spricht dafür?

Problemstellung und Lösung

Eine der Problemstellungen, die sich in der Schweiz bezüglich Nachhaltigkeit stellen, ist der zu hohe Wohnflächenbedarf pro Einwohner (zurzeit 46m2/p.P.). Dies führt zu einem hohen Ressourcenverbrauch, gefährdet die Biodiversität und schlussendlich wegen des Pendel- und „Dichte-Stresses“ auch die Gesundheit der Menschen. Auf den ersten Blick mögen Kleinwohnformen wie Tiny-oder Minihäuser ein Widerspruch für diese Problemstellung sein. Doch bei genauerer Betrachtung tragen sie zur Problemlösung aktiv bei:

  • Sensibilisierung für ressourcenschonende, jedoch moderne Lebensweise: Tiny- oder Minihäuser zeigen den Menschen 1:1, dass weniger Wohnraum kein Verzicht auf Lebensqualität ist. Im Gegenteil: Raum wird gegen Zeit eingetauscht – mehr Zeit für sich selbst, aber und vor allem auch für den häufig unbezahlten Einsatz fürs Gemeinwohl: Pflege, Nachbarschaftshilfe, Sharing, Umweltprojekte usw. Durch den Transfer Wissenschaft-Wirtschaft-Gesellschaft (s. weiter unten) wird zudem eine nachhaltige Verankerung des neu gewonnenen Wissens angestrebt.

  • Verdichtung durch Zwischennutzungen:In der Schweiz existieren Hunderte, wenn nicht Tausende von Flächen, die „leer“ stehen und die sich für eine 5-10-jährige Zwischennutzung mittels Minihäusern sehr gut eignen: Reservegrundstücke von Gemeinden z.B. für zukünftige Schulhäuser, Baugrundstücke, die wegen Einsprachen usw. jahrelang leer stehen; Industriebrachen, die ebenfalls jahrelang vor sich hin rotten.. es gibt zig Beispiele. Eine Belebung durch zwischenzeitliche Bewohnung erwirkt nicht nur eine Verdichtung, die der Zersiedelung entgegenwirkt, sondern auch eine „Belebung“ und Aufwertung der entsprechenden Zone – ein wünschenswertes Ziel für jede Gemeinde. Die heutige Gesetzes- und Bewilligungs-Situation verhindert allerdings in den meisten Fällen eine Zwischennutzung zu Wohnzwecken, weil ebendiese Zwischennutzung gesetzestechnisch gar nicht geregelt ist und Gemeinden in dieser Situation auf die bestehenden Baugesetze zurückgreifen. Dies macht den Aufwand für eine Zwischennutzung überproportional und die Realisierung weder wirtschaftlich noch ökologisch sinnvoll. Aus diesem Grund arbeitet der Verein zusammen mit der Politik an einer gesetzlichen Lösung, die Zwischennutzungen für alle Parteien zu einer WIN-WIN-Situation macht. Bis es so weit ist, sind wir auf den Goodwill von innovativen Gemeinden angewiesen, die bei gewissen Parametern Flexibilität und Offenheit zeigen.

Der Verein: Erfolgreich, aber es gibt noch viel zu tun

Der Verein möchte die gesellschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen für Kleinwohnformen verbessern und hat in einem Jahr über 800 Neu-Mitglieder gewonnen. Da es keine klare rechtliche Definition gibt für "Tiny-House", "Kleinwohnform" oder "Zwischennutzung" und in der Bevölkerung teils obskure Vorstellungen über die Bewohnerinnen und Bewohnder von Kleinwohnformen existieren (häufig wird man mit "Fahrenden", "Sozialfällen", "Leute ohne Geld", "Grüne Freaks" usw. gleichgesetzt), ist die Umsetzung von Kleinwohnform-Projekten in der Schweiz immer noch schwierig. 

Die über 800 Neumitglieder in einem Jahr und zahlreiche Presseberichte zeigen, dass das Thema bewegt und nun auch in der Schweiz angekommen ist. Trotzdem gibt es noch viel zu tun! Sie können uns auf vielfältige Weise unterstützen:

Was allgemein als „Tiny-House“ bezeichnet wird, hat verschiedene Formen. Während die v.a. in den USA populäre Form ein von einem Pickup-Truck ziehbares „Minihaus auf Rädern“ meint, hat der Verein "Kleinwohnformen“ (KWF) so definiert:

KWF sind eine mobile Wohnform (mit Ausnahme der Baumhäuser) bis und mit 40m2 (nicht pro Person, sondern pro Wohneinheit). Darunter fallen folgende Wohnformen:

·      Mobile Minihäuser

·      Tiny Houses

·      Zirkuswagen

·      Wohncontainer

·      Wohnjurten

·      Wohnbusse

·      Baumhäuser

Im Gegensatz zu Immobilien auf festem Fundament stehen KWF auf Rädern oder einem Anhänger, sind auseinandernehmbar und wiederaufbaubar, oder sind verschiebbar auf einem Anhänger / Fahrzeug. Wichtig ist ein gewisser ökologischer Standard (Materialwahl, Energieeffizienz), z.B. Grösse pro Wohneinheit/pro Person, Mobilität, Energienachweis/Energieeffizienz,  Wasser/Abwasser, Kreisläufe, Baumaterialien.

Suffizienz-Beratung & Tiny-Houses

Kontakt:

Markus Mühlbacher
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